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  • Jonathan Dammann

Resümee der ersten Stadtteilbegehung Gruppe 2

Janine und ich machten uns auf den Weg zur Bahnhofsmission. Nachdem wir den zugegebenermaßen unauffälligen Eingang gefunden haben, klingelten wir und wurden sehr freundlich hereingebeten. Unter Wahrung der Hygiene- und Abstandsregeln zeigte die Leiterin uns die Räume und beantwortete unsere Fragen. So erfuhren wir, dass die Bahnhofsmission für alle Reisenden eine Anlaufstelle bietet und finanziell Schwachen die Befriedigung der Grundbedürfnisse ermöglicht. Dazu haben die Ehrenamtlichen die Möglichkeit, Essen, Trinken und das nötigste an Kleidung auszugeben. Für Familien und Kinder gibt es die Kinderlounge, in der z.B. die Wartezeit zum nächsten Zug in sicherem Rahmen verbracht und Kleinkinder gewickelt werden können. Neben diesen sehr niederschwelligen Angeboten besteht die Hauptaufgabe der Bahnhofsmission in der Vermittlung an entsprechende Stellen. Die aktuelle Situation erschwert die Arbeit, da die Räume am Nürnberger Hauptbahnhof keine Fenster haben und nicht durchlüftet werden können. Deshalb müssen Bedürftige vor der Tür „abgefertigt“ werden und tiefergehende Gespräche sind kaum noch möglich, um die persönlichen Situationen und ihren Bedarf zu klären. Wir haben auch erfahren, dass in den Wintermonaten vermehrt nach warmer Kleidung, Schlafsäcken und Schuhen gefragt wird, da die Kleiderkammern geschlossen sind, weil diese unter die Kategorie des Einzelhandels fallen.

Anschließend besuchten wir das „Fenster zur Stadt“, ein Café unter der Trägerschaft der katholischen Kirche. Auch dieses Angebot ist sehr niederschwellig und steht allen offen. Hier werden Getränke auf Spendenbasis angeboten und der Fokus liegt auf Gesprächen und Beratung von Bedürftigen. Die Nachfrage nach Beratungsgesprächen erlebten wir deutlich, da während unserer Besuchszeit dieses Angebot bereits intensiv genutzt worden ist. Die Gespräche drehen sich meist um das Thema Wohnen, Alltagsbegleitung, psychischer Belastungen und Rente. Viele Menschen sind von Wohnungslosigkeit bedroht, betroffen oder auf der Suche nach bezahlbarem Wohnraum. Monatlich gibt es Kulturabende, die finanziell Schwachen die Möglichkeit bieten, an Kultur und Gesellschaft teilzuhaben. Finanziert wird das Café durch die katholische Kirche und ist selbst nicht an Spenden gebunden. Die Schwierigkeit des Lockdowns liegt laut den Mitarbeitenden darin, dass es für wohnungslose Menschen theoretisch zwar viele Einrichtungen gibt, die ihnen helfen, diese jedoch alle geschlossen sind. Auch die Online-Angebote verschiedener Ämter sind nur bedingt hilfreich, da hierfür ein digitales Gerät benötigt wird.

Die Gespräche mit den beiden Einrichtungen haben uns sehr geholfen, einen ersten Überblick zu bekommen, welche Hilfsangebote zur Verfügung stehen und wie die Pandemie deren Arbeit erschwert. Wir bedanken uns bei allen, die so offen über ihre Arbeit erzählt haben.

























Bildquellen:

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