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  • Jonathan Dammann

Resümee der ersten Stadtteilbegehung

Aktualisiert: Feb 5

Heute haben wir uns eine Stadtteilbegehung der Nürnberger Altstadt vorgenommen. Unser Ziel war es ins Gespräch mit Wohnungslosen und verschiedenen Organisationen zu kommen. Hierfür teilten wir uns in Zweier-Teams ein. Janine und Peter sind zur Bahnhofsmission und zum Fenster zur Stadt gegangen. Jonathan und ich haben uns vorgenommen Orte aufzufinden, an denen sich Wohnungslos aufhalten. Gleich zu Beginn haben wir ein Schlaflager vor einem Einkaufshaus gefunden, jedoch waren die Eigentümer dieses Schlaflagers nicht anzutreffen, nur leere Schlafsäcke. Also machten wir uns weiter auf den Weg. An einer Ecke trafen wir eine Frau, welche die Zeitschrift „Straßenkreuzer“ verkauft. Mit ihr wollten wir ins Gespräch kommen und kauften uns eine Zeitschrift. Sie erzählte uns, dass sie den Straßenkreuzer verkauft um ihre Rente aufzubessern. Sie kauft die Zeitschrift für 1,10€ ein und verkauft diese für 2,20€, Trinkgeld hierfür darf sie behalten. Sie selbst ist jedoch nicht wohnungslos sondern hat einen festen Wohnsitz in Nürnberg. Die aktuelle Situation ist für sie dennoch herausfordernd, insbesondere weil Bettler mehr einnehmen als sie selbst. Dies empfindet sie als sehr enttäuschend. Außerdem haben wir erfahren, dass man einen Rentenbescheid oder Hartz IV Bescheid vorlegen muss um den Straßenkreuzer verkaufen zu dürfen. Nach einem langen netten Gespräch mit der Dame machten wir uns jedoch weiter auf den Weg um Wohnungslose der Stadt Nürnberg zu suchen.

Leider war dies lange ohne Erfolg, jedoch haben wir eine Einrichtung in der Stadt gefunden, in der wohnungslose Jugendliche und junge Erwachsene schlafen können, die Notschlafstelle „Sleepin“. Leider haben wir hier niemanden antreffen können, da die Notschlafstelle, zu dem Zeitpunkt geschlossen hatte. Im selben Haus befand sich auch ein Streetworker, mit dem wir ins Gespräch gekommen sind. Dies war sehr informativ, aber unsere Frage, ob eine Kooperationspartnerschaft möglich sei, verneinte er und wies darauf hin, dass eine andere Einrichtung wie z.B. die Wärmestuben hierfür der bessere Ansprechpartner sei.

Daraufhin haben wir uns weiter auf den Weg gemacht und bei einer U-Bahn Unterführung zwei Wohnungslosen angetroffen, mit denen wir ins Gespräch gekommen sind. Die beiden kamen ursprünglich aus Slowenien, leben jedoch schon seit 6 Jahren in Nürnberg auf der Straße. Es war teilweise nicht ganz einfach die beiden zu verstehen, da sie nur gebrochen deutsch gesprochen haben. In dem Gespräch konnten wir erfahren, dass die beiden nur 2 Decken, eine Flasche Wasser und Medikamente besitzen. Die beiden haben seit zwei Tagen nichts gegessen. Auf die Frage woher sie die Medikamente haben, bekamen wir die Antwort, dass sie diese kostenfrei bei der Kirche bekommen haben. Sie benötigen diese aufgrund von Herzproblemen und Arthrose. Außerdem besitzen die beiden keine Ausweisdokumente, lediglich einen Impfpass hatten sie bei sich. Die aktuelle Situation ist für die Wohnungslosen sehr herausfordernd, da immer weniger Leute in der Stadt unterwegs sind und sie so weniger Geld durch betteln einnehmen. Außerdem haben sie uns erzählt, dass sie im Park schlafen müssen, da sie vom Bahnhof vertrieben werden von der Polizei. Mit nur zwei Decken ist dies eine Zumutung meiner Meinung nach.

Zuletzt haben wir sie gefragt, was sie momentan am meisten benötigen, worauf sie mit Lebensmitteln und Wärmenden Klamotten oder Decken antworteten. Das Gespräch mit den beiden Wohnungslosen war für mich sehr emotional, da es mir wahnsinnig leid tut, in welcher Lage sich die beiden befinden. Dies hat mir nochmal besonders aufgezeigt, wie wichtig es ist die Wohnungslosen zu unterstützen.







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